Berufsunfähigkeit

Nur ein knappes Drittel von den heute unter 40-Jährigen hat eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, obwohl es keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente mehr für sie gibt. Weil sie die Gefahr, dass sie krankheitsbedingt aus dem Beruf ausscheiden, für äußerst gering halten, kümmern sich viele nicht um eine Versicherung. Einige glauben sogar, dass das Geld, das sie bei Berufsunfähigkeit vom Staat bekämen, ihnen reichen würde – zwei fatale Irrtümer.

Das Risiko, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Beruf ausscheiden zu müssen, ist viel größer, als die meisten glauben, denn jeder fünfte Angestellte und jeder vierte Arbeiter wird vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig.

Gewaltig irren sich Schreibtischarbeiter, die glauben, dieses Schicksal treffe eher körperlich schwer arbeitende Menschen wie Dachdecker oder Krankenschwestern. Es genügt ein Blick auf die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit um zu sehen dass es jeden treffen kann. Psychische Krankheiten, Rückenleiden und andere Erkrankungen des Bewegungsapparats, Krebs sowie schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Hauptursachen.

Im Ernstfall ist auf den Staat kein Verlass. Im Fall der Berufsunfähigkeit hat, wer nach 1960 geboren ist, keine Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse zu erwarten.

Selbst der sorgfältig ausgeklügelte Altervorsorgeplan nützt nichts, wer zum Beispiel mit Mitte vierzig krankheitshalber nur noch Teilzeit oder gar nicht mehr arbeiten kann. Denn die Versorgungslücke ist dann sofort da. In jungen Familien mit nur einem Einkommen ist das besonders drastisch. Aus diesem Grund sollte sich jeder erst einmal für den Fall absichern, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Er kann erst darangehen fürs Alter vorzusorgen, wenn diese Frage geklärt ist.


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Private Berufsunfähigkeitsversicherung - wichtiger als Altersvorsorge

Deshalb sollte jeder, der die Chance dazu hat, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Berufsunfähigkeitsversicherungen sind häufig mit einer Risikolebensversicherung kombiniert. Falls der Versicherte stirbt, sind die Angehörigen damit abgesichert.

Da im Ernstfall der Betroffenen von diesem Geld einen Großteil seines Lebensunterhalts bestreiten muss, ist einen niedrigeren Rentenbetrag als 1 000 Euro im Monat zu vereinbaren nicht sinnvoll. Bei einigen Gesellschaften sind höhere Rentensummen möglich, allerdings auch zu höheren Beiträgen.

Die Berufe teilen die Versicherer in Risikogruppen ein, je höher das Risiko, desto höher der Beitrag. Dass Lehrer und Berufsmusiker, aber auch Menschen, die in ihrem Beruf schwere körperliche Arbeit verrichten müssen, von den Versicherungsgesellschaften häufig sogar abgelehnt werden, ist Fakt.

Die Gesundheit der Antragsteller wird zusätzlich zum Beruf erfragt. In der Regel bekomme, wer schon einmal mit psychischen Erkrankungen zu tun hatte, keine Versicherung, genauso wenig wie Diabetiker, Epileptiker oder Menschen, die an einer schweren Herzkrankheit leiden. Es gibt für andere Krankheiten Leistungsausschlüsse oder die Versicherten müssen Risikozuschläge zahlen.

Möglichst frühzeitig abschliessen

So früh wie möglich eine solche Versicherung abzuschließen, ist deshalb wichtig, denn mit dem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden. Eine Unfallversicherung oder Unfallrentenversicherung ist einfacher zu bekommen und deutlich billiger. Bei einer Berufsunfähigkeit ist die jedoch als Schutz unzulänglich. Denn durch einen Unfall entstehen weniger als 10 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit. Geld von der Unfallversicherung gibt es nur in diesen relativ seltenen Fällen.

Da sie nur dann zahlt, wenn jemand überhaupt nicht mehr in der Lage ist, irgendetwas zu arbeiten, ist auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur eine Teillösung.