Versorgungslückenberechnung

Die Versorgungslücke in etwa einzuschätzen ist möglich. Es ist zu empfehlen eine Spanne zwischen dem günstigsten und dem ungünstigsten Fall zu bestimmen, da einige Posten in der Rechnung äußerst vage bleiben.
Bei der Prognoserechnung helfen die Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger, die es bundesweit flächendeckend gibt. Sowohl Informationsmaterial als auch individuelle persönliche Beratung bieten auch die Verbraucherzentralen an.

Es ist ratsam in drei Schritten vorzugehen, um sich vorher selbst einen Überblick zu verschaffen:

Kassensturz: Die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind bei den meisten immer noch der größte und wichtigste Posten. Darüber hinaus ist zu klären, ob es eine Betriebsrente gibt, oder sogar mehrere? Welche Erträge aus Vermietung, Versicherungen und Vermögen zu erwarten sind? Wie die Aussichten stehen, Vermögen oder Immobilien zu erben?

Risikoabsicherung: Wenn Sie schon mit 40 berufsunfähig sind und nicht mehr in der gewohnten Höhe in die Rentenkasse einzahlen können, was wird dann aus Ihrer Altersvorsorge? Wenn ein Einkommen entfällt, kann die Familie dann Zins und Tilgung für Immobilienkredite weiter aufbringen?
Nicht nur eine schwere psychische Belastungsprobe sind Schicksalsschläge wie Krankheit, Unfall oder Tod eines Familienmitgliedes, sie können auch das gesamte Altersvorsorgekonzept über den Haufen werfen. Daher sollte man sich so gut es geht, gegen die finanziellen Folgen solcher Ereignisse absichern.

Geldbedarf: Welches regelmäßige Einkommen im Alter benötigt wird, gilt es dann zu bestimmen. Es ist wichtig, sich ein Bild über Konsumwünsche, mögliche zusätzliche Ausgaben, aber auch wegfallende Ausgabeposten zu machen. Langfristige finanzielle Belastungen wie Hypotheken oder Kredite sind ferner einzukalkulieren.
Außerdem ist die Geldentwertung zu berücksichtigen, wenn langfristige Geldanlagen helfen sollen, ein schönes Leben im Alter zu finanzieren. Die Inflationsrate betrug immerhin 2,7 Prozent im Durchschnitt der letzten 50 Jahre, von 1970 bis 2000 waren es sogar 3,4 Prozent. Wenn sich die Preissteigerung mit 2 Prozent Inflation pro Jahr fortsetzt, ist ein Betrag von heute 100 Euro in zehn Jahren noch 82 und in 30 Jahren noch 55 Euro wert.